Ludwig IX. der Heilige von Frankreich (Saint Louis)

Namenstage: Ludwig, Luis, Lutz

Funktion: Heiliger, König von Frankreich

Gedenktag: 25. August

Patronat: Berlin, München, Saarbrücken, Saarlouis, Paris, Poissy und alle Orte in Frankreich, die nach ihm Louis heißen; des Dritten Ordens der Franziskaner (Tertiarier); der Wissenschaftler, Blinden, Pilger, Reisenden, Kaufleute, Bauarbeiter, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute, Anstreicher, Tapezierer, Kunstmaler, Stukkateure, Buchdrucker, Buchbinder, Weber, Bürstenbinder, Hufschmiede, Knopfmacher, Leinenhändler, Friseure, Bäcker, Fischer, Juweliere, Gerichtsdiener; gegen Ohrenkrankheiten und Pest

Ludwig (Louis) wurde am 25. April 1214 in Poissy (westlich von Paris) geboren. Schon mit elf Jahren wurde er zum König gekrönt, stand aber noch unter der Vormundschaft und dem Einfluss seiner Mutter Blanca (1188–1252; Heilige), der Tochter Alfonsos IX. von Kastilien. Sie hatte die Herrschaft des Sohnes gegen viele Widrigkeiten durchgesetzt. Blanca prägte ihn nach dem frühen Tod des Vaters 1226 auch in seiner herausragenden Frömmigkeit, die später zu seinem Beinamen führen sollte, und noch als er schon lange erwachsen war, stand sie ihm in öffentlichen und privaten Dingen mit Rat und Tat zur Seite. Nur mit Mühe konnte sie ihn von seiner Neigung abhalten, dem Dritten Orden der Franziskaner beizutreten, doch auch so versuchte er, den Idealen des Franz von Assisi (Heiliger) zu folgen, war demütig und geduldig, zeigte Sympathie für Arme und Kranke und baute für sie Armenhäuser und Spitäler. Er war auch sehr belesen und kannte außer der Bibel die Schriften der großen Kirchenlehrer Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Gregor von Tours (Heilige). Am 28. Mai 1230 heiratete er Marguerite de Provence, mit der er elf Kinder hatte.
Als Politiker zeigte sich Ludwig sehr begabt, vor allem im Inneren. Sein Sieg über die Engländer bei Taillebourg (im Departement Charente, Westfrankreich) 1242 sorgte für Ruhe an den Grenzen. Er reformierte die Justiz, förderte 1253 Frankreichs erste Universität, die Sorbonne in Paris (benannt nach dem Gründer Robert de Sorbon) und reorganisierte 1263 das Münzwesen. Kirchen und Klöster unterstützte er mit reichen Schenkungen. 1248 organisierte er den 6. Kreuzzug und konnte mit der Einnahme von Damiette (heute Dumyat) an der Nilmündung zunächst Erfolge verzeichnen. Doch schon einmal, 1221, war ein Kreuzzug in Ägypten gescheitert. Mit dem Sturm auf Kairo überschätzte sich Ludwig, zumal Hitze, Krankheiten und Hunger das Kreuzritterheer bereits sehr geschwächt hatten. Zu lange hatte es untätig im ungesunden Klima des Nildeltas gewartet. Der Angriff scheiterte, obwohl die Ritter schon in die Stadt gelangt waren, wo die Einwohner sie in den engen Gassen von den Dächern aus mit Steinen bewarfen. Der König, seine Brüder Karl und Alfons und viele Ritter gerieten in Gefangenschaft und mussten durch eine immense Summe freigekauft werden. Sein dritter Bruder Robert von Artois war an seiner Seite gefallen.
20 Jahre später führte Ludwig den 7. und letzten Kreuzzug, diesmal gegen Tunis. Die alte Burg von Karthago (bei Tunis) konnte zwar eingenommen werden, doch die Pest brach aus und vernichtete das gesamte Heer. Auch der König erlag der Seuche am 25. August 1270. Sein Leichnam wurde in St-Denis (Paris) bestattet, das Herz in einer Urne im Dom von Monreale in Sizilien verschlossen. Schon 1297 sprach Papst Bonifazius VIII. Ludwig heilig.

Darstellung: in königlichen Gewändern, als Kreuzritter im Harnisch oder als Franziskaner im dunkelbrauen Habit

Attribute: Krone, Lilienzepter, Lilienmantel, Reichsapfel, Schwert; Buch; Dornenkrone, Kreuz, Nägel (Symbole für Ludwigs Teilnahme an zwei Kreuzzügen ins Heilige Land)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010